Geschichte der FFW Raßberg

Nachdem die Gemeinde Raßberg schon im Besitz einer Saug- und Druckspritze war, war es am 02.11.1900 nur noch eine Formsache, die FF Raßberg zu gründen.

Der 34-jährige Lehrer Franz Sales Biberger, der 1896

die Lehrerstelle übernommen hatte, lud alle Männer, die bereit waren, einer Freiwilligen Feuerwehr beizutreten, ins Schulhaus Wolkar ein. Es kamen 45 Männer aus der ganzen Gemeinde.

Nach einer Rede des Lehrers erklärten sich alle Anwesenden bereit als “aktive Mannschaft” mitzuwirken.

 

Bei der ersten Sitzung wurden einstimmig gewählt:

Vorstand: Johann Windpassinger, Bauer und Bürgermeister aus Eitzingerreut

Hauptmann: Johann Aßberger, Bauerssohn aus Raßberg

Adjutant, Schriftführer und Kassier: Franz Sales Biberger, Lehrer aus Wolkar

Außerdem wurde ein Jahresbeitrag von 1 Mark pro Mitglied festgesetzt und man beschloß, jeweils am ersten Sonntag jeden Monats eine Versammlung abzuhalten.

Bereits einen Monat nach der Gründung hatte die Feuerwehr ihren ersten großen Einsatz in Hunaberg. Eingeäschert wurden 5 Firste, der Stadel, der Sau-, Ochsen-, und Kuhstall und das Austragshaus. Das Wohnhaus konnte durch den Einsatz der Feuerwehren gerettet werden.

Es sollte nicht der letzte Einsatz sein. Um die Jahrhundertwende gingen schlimme Brandstifter in der Gegend um, und so liest man in der Chronik der Feuerwehr Hauzenberg von 3 Bränden innerhalb von 6 Wochen in der Gemeinde Raßberg.

1901 wurde dann auch das Spritzenhaus in Raßberg erbaut, das bis heute noch immer als Abstellplatz für eine alte TS/6 und andere Ausrüstung dient.

Während in den ersten beiden Jahren das Geld für die Ausrüstung investiert wurde, leistete sich die Feuerwehr Raßberg 1903 eine kostbare und aufwendig gestaltete Fahne.                   

Die Fahnenweihe fand zu Pfingsten 1903 in Hauzenberg statt. Der Patenverein damals war die Feuerwehr Raßreuth, Fahnenmutter war Frau Maria Hirsch, Bäuerin aus Oberkümmering.

Die Fahne tat 47 Jahre lang ihren Dienst und begleitete den Verein auf viele Festzüge und Gedenkfeiern. Doch das ging nicht Spurlos an ihr vorrüber, und man beschloß anlässlich des 50-jährigem Gründungsfestes 1950 im Kloster Thyrnau eine neue Fahne anfertigen zu lassen.                           

Diese Fahne wurde dann am 14.Mai 1950 in Hauzenberg geweiht. Fahnenmutter war Frau Anna Veit aus Raßberg.

Damit geriet auch die erste Fahne von 1903 in Vergessenheit, und wurde erst beim Umzug ins neue Feuerwehrhaus 1986 wieder entdeckt.

In der Zwischenzeit hatte die Feuerwehr einen kurzen Aufschwung in den 30-er Jahren durchgemacht.

Bereits 1934 war nämlich die Feuerwehr Raßberg eine der ersten Wehren, die eine Motorspritze bekamen.am 21.Mai.1934 wurde sie feierlich im Rahmen einer Übung übergeben. Diese “Paul Ludwig-Pumpe” hatte 20PS und eine Leistung von 600 Litern pro Minute. Für diese Pumpe, die auf einer Kutsche untergebracht war, wurde auch im gleichem Jahr ein Gerätehaus in Oberkümmering erbaut.

Nach dem Zusammenbruch im 2. Weltkrieg ist das Feuerwehrwesen in vielen Gemeinden am Ende. Doch im April 1946 nimmt die Feuerwehr Raßberg mit 10 Mann den Übungsbetrieb wieder auf.Ausrüstung war natürlich Mangelware, aber einiges ist ja noch erhalten gewesen aus der Vorkriegszeit,unter anderem auch die Motorspritze.

Die ersten Jahre waren hart, doch in den 50-er Jahren, im Rahmen des “Wirtschaftswunders” ging es auch mit der Feuerwehr wieder bergauf.

1956 wurde dann auch der erste motorisierte “Untersatz” angeschafft, nämlich ein VW-Kombi.

1957 löste eine neue TS/6 die alte Motorspritze von 1934 ab. Diese wurde aber schon nach 4 weiteren Jahren 1961 durch eine TS/8 ersetzt.

1966 bekam die Wehr dann ihr erstes Löschgruppenfahrzeug, einen Unimog LF/8, für denn das bereits bestehende Gerätehaus in Oberkümmering erweitert werden mußte.

In den nächsten Jahren wurde dann besonders in Sachen “Persönliche Schutzausrüstung” einiges unternommen, und die Feuerwehr Raßberg wurde von ihrer Führungsriege eigentllich immer auf einem modernen und sicherem Stand gehalten.

1980 ist dann wieder die nächste große Anschaffung an der Reihe. Die Feuerwehr Raßberg beteiligt sich mit 10.000,- DM am Kauf eines neuen LF/8 mit Vorbaupumpe und schwerem Atemschutz.

Die Weihe des neuen LF/8 bindet die Feuerwehr Raßberg in eine große Feier ein.Das 80-jährige Gründunsfest, vom 4.-6. Juli 1980 gefeiert, an dem über 60 Vereine teilnahmen und für das sich die Wehr in der Fahnenstickerei Kössinger Schierling eine neue Fahne anfertigen ließ.                                 

Die Fahne wurde am 6.Juli 1980 in Wolkar geweiht. Fahnenmutter war Frau Anneliese Hirsch aus Oberkümmering. Patenverein war die FF Wotzdorf.

1984/1985 - eingeweiht am 1.Juni 1986 war am Ortseingang von Oberkümmering ein neues, den Zeitanforderungen entsprechend mit Schulungs-, Gemeinschafts- und Sanitärraum ausgestattetes Gerätehaus entstanden.

1995 bedurfte dann die Tragkraftspritze von 1961 einer Nachfolgerin, und man kaufte eine TS/8 der Firma Rosenbauer , ausgestattet mit einem 46 PS starkem BMW-Boxermotor.

2000 dann ein weiterer Glanzpunkt in der Geschichte der Wehr: Das 100-jährige Gründungsfest. Die Wehr hat zu ihren Anfängen zurückgefunden und mit der Restaurierung ihrer ersten Fahne aus dem Jahre 1903 und deren erneuter Weihung wohl auch den richtigen Schritt gemacht.

Im Jahr 2012 wurde dann das mittlerweile 32 Jahre alte LF 8 durch ein neues LF 10/6 der Firma Schlingmann mit Allradantrieb ersetzt. Das neue Auto verfügt nun über Schlauchtragekörbe, einen elektrisch ausfahrbaren Lichtmasten sowie einen Schnellangriffsschlauch.